Zur Geschichte der Porzellanfabrik in Pöllwitz

von Günther Schmutzler
aus "Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben Nr. 44, 1. Auflage 1999"

Inhalt



Vorbemerkung

Die alte Pöllwitz-Mühle, die 1928 durch Brand völlig zerstört wurde (Zeichnung: Käthe Gleißner) Der Bahnbau der Strecke Weida-Mehltheuer[1] brachte schon nach kurzer Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung im bisher fast ausschließlich von Land- und Forstwirtschaft geprägten Bauerndorf Pöllwitz. Das gebiet um den Bahnhof herum wurde zuerst von Gewerbe und Industrie belebt.[2]

Die Entwicklung hat sich aber nicht nur auf dieses Territorium beschränkt. Im Ort selbst wurde die Familie Gleißner unternehmerisch aktiv.[3] Der Gastwirt und Holzhändler Karl Wilhelm Gleißner hatte 1902 die Mahl- und Schneidemühle samt Ziegelfertigung erworben. Am 31. Januar 1910 gründete er zusammen mit seinen Söhnen Emil, Otto und Albin die Offene Handelsgesellschaft "W. Gleißner & Söhne".[4] Als Geschäftszweig wird der Betrieb einer Dampfmahlmühle mit Sägewerk angegeben.

Durch die Holzhandelskonkurrenz im Ort beflügelt, wurden 1911 die alten Scheunen zum Ziegeltrocknen, der Brennofen und die alte Schneidemühle abgebrochen und an gleicher Stelle ein neues Sägewerk mit Dampfkessenanlage errichtet.[5]

Die alte Pöllwitz-Mühle mit Sägewerk und Holzlagerplatz Lukrative Heeresaufträge waren wohl ausschlaggebend, daß im September 1916 von der Fa. W. Gleißner & Söhne, Mühlenwerke und Holzhandlung in Pöllwitz (Reuss), der Antrag gestellt wurde, auf der südwestlichen Anhöhe hinter dem Dorf an der Bahnlinie Weida-Mehltheuer ein völlig neues Sägewerk in Verbindung mit einer Möbelfabrik zu bauen. Auf diesem Gelände wird der Grundstein gelegt für das spätere, wesentlich größere Gleißnersche Wirtschaftsunternehmen. Ein weithin sichtbares Fabrikgebäude mit einer Produktionsfläche von 1500 qm wird auf dem reichlich 8 Hektar großen Fabrikgrundstück in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft. Daneben entstehen ein massives Kessel- und Maschinenhaus, eine Sägemühle mit Gatterbetrieb, eine Hobelei und ein erweiterter Kreissägenbetrieb. Die Verbindung zwischen dem alten Sägewerk in der Getreidemühle im Tal und dem neuen Fabrikgelände wird durch eine Feldbahnanlage aufrechterhalten, das heißt, die Holzverarbeitung wurde zu keiner Zeit unterbrochen. Das vergrößerte Unternehmen firmierte jetzt als Offene Handelsgesellschaft W. Gleißner & Söhne, Kunstmühle, Säge- und Hobelwerk mit Dampf- und Wasserbetrieb, Holzhandlung.

Am 5. Mai 1917 wird bekannt gemacht, daß die Fa. W. Gleißner & Söhne den Getreidemühlenbetrieb aufgibt. Der Senior Wilhelm Gleißner scheidet altershalber aus der Firma aus, und der Müller Emil Gleißner übernimmt die Mahlmühle und die umfangreiche Landwirtschaft. Otto und Albin Gleißner führen das Sägewerk und die Holzhandlung unter der Firma W. Gleißner Söhne weiter.[6] Das Gesellschaftsvermögen beträgt zu diesem Zeitpunkt 70 000 Mark.

Es beginnt eine stürmische wirtschaftliche Entwicklung auf dem neuen Betriebsareal. Man gewinnt den Eindruck, als ob dem Unternehmen alles gelingt, was es in Angriff nimmt. Im August 1917 wird die neue Fabrik in Betrieb genommen. Die Zahl der Arbeiter vergrößert sich immer mehr. Am Ende des Krieges werden mehr als 300 Personen beschäftigt, zeitweise fast 400.

Der Krieg tobt unvermindert weiter, die Aufträge werden immer mehr. Verstärkt werden Baracken gebaut. Jetzt können sie größere Waldstücke in der Umgebung und in Bayern kaufen und auch selbst schlagen lassen.

Der Aufschwung wird einmal begünstigt durch den vor den Toren liegenden Pöllwitzer Wald als billigen Rohstofflieferant und zum anderen durch die Kriegsproduktion: Geschoßkörbe, Handgranaten- und Munitionskistenfertigung und vieles andere für den Krieg (Minierwannen für Unterstände) sowie niedrig bezahlte Frauenarbeit lassen die Gewinne sprudeln - auf 60 Millionen Mark werden die Kriegsgewinne beziffert. Papierkragen- und Papierhemdenproduktion vervollständigen das gewinnbringende Geschäft. Am Jahresende 1917 beträgt das Geschäftsvermögen der Firma 1,55 Millionen Mark.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird verstärkt auf die Erzeugung von Schnittholzmaterial, aber auch weiterhin auf die Anfertigung von Wohnbaracken gesetzt. Die Firma gliedert sich zu diesem Zeitpunkt in die Dampfsäge- und Hobelwerke und in die Plavia Stoffwäschefabrik.

Ein wahres Baufieber hatte das Gleißnersche Unternehmen erfaßt.[7] Anhand der Baupolizeiakten der Gemeinde Pöllwitz (Nr. 7881) ist zu ersehen, daß die großzügige und auch ungezügelte Bautätigkeit ständig forciert wurde. In Rekordzeit wird gebaut. Meist wird mit dem Bauen schon begonnen, bevor überhaupt die Genehmigung vorliegt. Aus beschäftigungspolitischen Gründen wird die Zustimmung des Gemeindevorstandes als selbstverständlich vorausgesetzt. Otto Gleißner läßt sich in dieser Zeit ein modernes Landhaus bauen (im Volksmund "die Villa") - ein Novum für das kleine Bauerndorf.[8]

Kaum ist das Sägewerk in Betrieb gegangen, werden bereits erneut weitreichende Pläne geschmiedet und schließlich auch in Angriff genommen. Am 24. Dezember 1917 kauft die Firma von der Staatseisenbahn Flurstücke, um die Anschlußmöglichkeit an die Bahnlinie Weida-Mehltheuer zu schaffen.[9] Am 2. Februar 1918 stirbt Albin Gleißner. Otto Gleißner führt das Geschäft, die Dampfsäge- und Hobelwerke , als Alleininhaber weiter.[10] An den Entwicklungsplänen werden jedoch keine Abstriche vorgenommen. Die erzielten Gewinne werden vorausschauend angelegt. Im Jahre 1919 werden Bauplätze für Wohnhäuse auf der Pausaer Straße erworben, und in der Ortsmitte wird das vom Mühlenbesitzer Wilhelm Gleißner im Jahre 1908 erbaute Wohnhaus zu einem Dreifamilienhaus erweitert.[11]

Am 11. März 1920 wird die Fa. W. Gleißner Söhne erneut in eine Offene Handelsgesellschaft umgewandelt, und der Kaufmann Arno Gleißner tritt als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma ein.[12] In der zweiten Hälfte des Jahres 1921 wird das Sägewerk noch einmal erweitert und gleichzeitig mit dem Bau eines neuzeitlichen Landgutes begonnen.

Auf dem Weg zur Porzellanfabrik

Die wirtschaftlichen Probleme dieser Jahre gehen auch an diesem Unternehmen nicht spurlos vorüber. Rückschläge bleiben nicht aus. In einer Lageeinschätzung heißt es dazu: "Die bisher betriebene Fabrikation von Papierwäsche mußte wegen Absatzunmöglichkeit und Unrentabilität aufgegeben werden. Beschäftigte Personen wurden bisher nicht entlassen. Es soll schnellstens auf eine neue Produktion ausgewichen werden, damit in der Gemeinde Pöllwitz auch weiterhin die meisten Menschen in Arbeit und Brot stehen können."

Ein völlig neuartiges Produktionskonzept wird in Angriff genommen: Eine moderne Porzellanfabrik ist das Ziel. Am 5. April 1922 werden vom Baugeschäft Johannes Werner in Selb die Bauzeichnungen zum Fabrikumbau und für die Errichtung von zwei Porzellanbrennöfen vorgelegt. Schon Ende April wird mit dem Bau der modernen Porzellanfabrik begonnen. Alles, was dazu erforderlich ist, entsteht: von der Massemühle über die Tonaufbereitung, Kapselfertigung, Porzellandreherei, Brennöfen bis hin zur Dekoration einschließlich der notwendigen Werkstätten für die einzelnen Gewerke.

Ein gigantisches Unternehmen wurde aus der Taufe gehoben, wenn man bedenkt, daß weder Roh- und Brennstoffe in der näheren Umgebung, noch Erfahrung auf dem Gebiet der Porzellanfabrikation vorhanden waren. Spezialisten mußten aus den Zentren der angestammten Porzellanindustrie gewonnen und Menschen für den neuen Industriezweig ausgebildet werden. Dennoch wurde das Wagnis eingegangen. Am 16. Oktober 1922 meldet Wachtmeister Sporn von der Gemeindegendarmenstation Pöllwitz: "Die frühere Papierwäschefabrik der Fa. W. Gleißner Söhne ist in eine Porzellanfabrik umgebaut und der Betrieb derselben Firma in voriger Woche aufgenommen worden."

Voraussetzungen für den Porzellanstandort

Bei den Überlegungen wurden die Verkehrslage, die Rohstoffsituation und das Arbeitskräftereservoir in die Betrachtungen einbezogen mit dem Ergebnis: Pöllwitz liegt verkehrstechnisch günstig zwischen den Steinkohlerevieren von Sachsen und Böhmen und in unmittelbarer Nähe zu den Braukohlengruben Zeitz und Meuselwitz.

Die Gebäude der Firma "W. Gleißner Söhne, Porzellanfabrik in Pöllwitz-Reuß" Die künftige Porzellanfabrik liegt außerdem - was wohl das Wichtigste war - zentral zu den Bezugsquellen der keramischen Rohstoffe (Ton, Kaolin usw.) von Zettlitz, Börtewitz, Halle, Wunsiedel und anderen Orten. Die Fabrikanlage und das große Fabrikareal mit einer Fläche von 30725 qm sind durch einen Privatgleisanschluß mit der Eisenbahnstation Pöllwitz verbunden. Die Gleisanlage besitzt eine weitverzweigte doppelte Gleisspur mit beiderseitigen großen Seiten- und Kopframpen sowie Weichen, des weiteren eine Güter- und Gleiswaage.

Ein frachtgünstiger Antransport aller Rohmaterialien, Betriebshilfsstoffe und der Hohle sowie der Abtransport der Fertigprodukte war dadurch gegeben. Da am Ort keine Produktions- und Vertriebsspezialisten und auch keine in der Porzellanindustrie erfahrenen Arbeiter vorhanden waren, wurde das Fachpersonal aus der Porzellanregion um Selb-Wunsiedel-Marktredwitz angeworben. Viele Namen erinnern noch heute an die ehemaligen Neuen aus Bayern: Thumser, Brechtelbauer, Ullrich, Straßenreuter, Förster... Zu ihrer Unterbringung wurde 1921 ein Sechsfamilienhaus und ein Doppelhaus in der Pausaer Straße und ein Beamtenhaus in der Ortsmitte gebaut.[13] Die Porzellanfabrik bot natürlich auch vielen Einwohnern Arbeit und jungen Leuten Ausbildungsmöglichkeiten; bis hin zur Porzellanmalerei zählten die neuen Berufe.

Fabrikkomplex und Produktionsprogramm

Es wurde eine Fabrikanlage nach neuesten technologischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten entworfen und gebaut. Der gesamte Fabrikkomplex umfaßte 5530 qm bedeckte Arbeitsräume. Die vorhandenen Fabrikgebäude, sehr solide in Eisenbeton ausgeführt, mit massiven lichten Treppenhäusern, deren Wände durchweg mit weißen Porzellanfliesen verkleidet waren, boten gute Voraussetzungen. Die Gesamtanlage war unter Berücksichtigung späterer Erweiterungen konzipiert, die ohne Störung des laufenden Betriebes hätten durchgeführt werden können. Sämtliche Räume des technisch-technologischen Betriebes waren großzügig ausgelegt und besaßen die für die Produktion notwendige Tiefe und Höhe.

Lageplan der Firma "W. Gleißner Söhne, Porzellanfabrik in Pöllwitz-Reuß" Die Fabrik umfaßte einen Gebäudekomplex mit fünf Produktionssälen (wohl ein feststehender Begriff in der Porzellanindustrie), und zwar: Brennraum, Glühboden und Glasurerei, Kapseldreherei und Gießerei, Porzellan-Dreherei, Formboden und Modelleinrichtung. Des weiteren vervollständigten Massemühle, Tonaufbereitung, Modelltischlerei, Schlosserei und Schmiede, eine komplett eingerichtete Kistentischlerei sowie Weiß- und Fertigwarenlager, Schmelze, Druckerei und Malerei die Fabrikationsstätte. Ein davon getrennt stehender großer Vorrats- und Verladeschuppen rundete den technologischen Ablauf ab. Eine größere Schleiferei war im Weißlager untergebracht. Die Dekorationsabteilung (Druckerei, Malerei und Schmelzmuffel), neuzeitlich eingerichtet, konnte alle Kundenwünsche erfüllen. Die benötigten Modelle, Mutter- und Gebrauchsformen, in eigener Werkstatt hergestellt, waren ebenfalls in großen und hellen Räumen untergebracht.

Für die Herstellung der Schamottekapselmasse gab es eine separate Anlage, die jederzeit einem weit höheren Produktionsausstoß angepaßt werden konnte. Die Lage der Arbeitsräume zueinander war gut durchdacht und zweckmäßig angeordnet, so daß ein rationeller und effizienter Durchlauf der Fabrikationsstoffe, Halb- und Fertigfabrikate reibungslos vor sich gehen konnte. Zum Transport dienten außerdem moderne Aufzüge, und zwischen den Rampen der Anschlußgleise und den Fabrikationsstätten erleichterten Feldbahn-Gleisanschlüsse die Arbeit. In den beiden Hauptgebäuden standen vier moderne zweietagige Porzellanbrennöfen mit einem Gesamtofeninhalt von 206 m³, davon zwei Öfen zu je 38 m³ und zwei weitere mit je 65 m³ Inhalt sowie eine Schmelzmuffel. Mit dem Brennhaus waren die großen Kohlebunker, die vom Anschlußgleis aus gefüllt wurden, direkt verbunden.

Ein eigenes Maschinenhaus sorgte für die Bereitstellung der notwendigen elektrischen Energie, Dampf und Wärme. Zwei Dynamos von 50 und 85 PS zur Herstellung des elektrischen Stromes wurden von einer Dampfmaschine (Lanz Lokomobile) angetrieben. Moderne Licht- und Heizungsanlagen (mit Niederdruckdampf) sowie Wasserleitungen einschließlich der Löschwasserleitungen waren in sämtlichen Räumen - auch in allen Treppenhäusern - vorhanden.[14] Das Wasserleitungssystem - aus eigenen Brunnen gespeist - reichte für einen mehrfach höheren Produktionsausstoß. Besondere Entwässerungs- du Kanalanlagen vervollständigten die Fabrikanlage.[15]

Inbetriebnahme

Die Porzellanfabrik in Pöllwitz ist als komplexe Anlage im Jahre 1922 mit den beiden kleineren Porzellanöfen in Betrieb gegangen. 1923 wurde die Produktionsstätte noch einmal mit den beiden größeren Öfen von je 65 m³ Brennraum erweitert.

Produktionsprogramm

Spezialität war das Gebrauchsgeschirr. Hergestellt wurden Tafel-, Kaffee- und Teeservice sowie Teller und Tassen. Das Pöllwitzer Porzellan war weithin bekannt. Es gab zwei Markenzeichen, einmal das der Fa. W. Gleißner Söhne und das der Porzellanfabrik Pöllwitz (Reuß) GmbH. In manchen Haushaltungen in Pöllwitz und Umgebung findet man noch heute Erzeugnisse dieser Zeit. Noch in den fünfziger Jahren gab es in der Pöllwitzer Gemeindeverwaltung Anfragen aus den USA nach diesem typischen Porzellan. Ein besonders schönes Teeservice befindet sich im städtischen Museum in Zeulenroda - wahrscheinlich handelt es sich um eine Schenkung des ehemaligen Prokuristen Fritz Thumser aus Pöllwitz[16].

Der Niedergang der Porzellanfabrik

Fabrikmarke der Fa. "Porzellanfabrik Pöllwitz (Reuß) GmbH" von 1925 bis Ende 1926 Nur kurze Zeit währte die Konjunktur. Zunehmend geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die erdrückende Konkurrenz und Mißmanagement trugen offenbar zum Niedergang bei. Der ungezügelte Expansionsdrang verbrauchte wohl sämtliche finanzielle Reserven.

Bereits 1924 stand die Firma "W. Gleißner Söhne, Porzellanfabrik Pööwitz/Reuß" unter Geschäftsaufsicht und mußte schließlich verkauft werden. Am 31. Dezember 1924 schied die Firma aus dem Verband der Porzellan- und Geschirrfabriken aus. Die "Dampfsäge- und Hobelwerke in Pöllwitz/Reuß" waren auch nicht zu halten und mußten ebenfalls verkauft werden.[17]

Wahrscheinlich zeigten sich schon Anfang des Jahres 1924 verstärkt Absatzprobleme. Durch Wechsel in der Geschäftsleitung versuchte man das Steuer noch einmal herumzureißen. Am 15. März 1924 erhielten deshalb der Kaufmann Paul Voges und der Betriebsleiter Johannes Albert Prokura. Aber auch sie konnten das Unvermeidliche nicht verhindern. Die Zahlungsschwierigkeiten scheinen überhandgenommen zu haben, denn bereits am 12. Mai 1924 ist vom Zeulenrodaer Zimmermeister und vereidigten Taxator Hermann Schauerhammer ein Gutachten über das Vermögen der Porzellanfabrik erstellt worden. Es handelt sich um ein stattliches Vermögen, was noch durch die ergänzende Bemerkung des Gutachters unterstrichen wird (siehe Tabelle).

Bewertung des gesamten zur Porzellanfabrik Pöllwitz gehörenden Vermögens
Positionen
Wert in Mark
Gebäude der Porzellanfabrik
783.119,00
Landhaus (Villa) und Wirtschaftsgebäude
82.298,00
Landwirtschaftliche Gebäude
53.635,00
Sechsfamilienhaus
31.700,00
Doppelhaus
17.777,00
Beamtenwohnhaus
29.342,00
Maschinenpark der Porzellanfabrik
135.150,00
Alle Grundstücke lt. Katasterauszug vom 4.11.1921 der Flur Pöllwitz
155.000,00
Insgesamt
1.288.021,00
Anmerkung des Taxators: Die Abschätzung ist auf Grund der Werte von 1914 errechnet; der heutige Wert liegt dagegen um 40 bis 50 % höher als der der Vorkriegszeit.

Durch die Umstände gezwungen, kommt es schließlich am 20. Dezember 1924 zu Kaufverhandlungen und Vertragsabschluß zwischen der Firma "W. Gleißner Söhne", vertreten durch Otto und Arno Gleißner, und dem Kaufmann Alfred Köhler in Dresden wegen der Übernahme der Pöllwitzer Porzellanfabrik. In der Anlage zum Vertragsprotokoll sind die umfangreichen Vermögenswerte, die Situation der Firma und die Verkaufsbedingungen niedergelegt; unter anderem heißt es in der Anlage zum Vertrag:
§ 1:
Der Fabrikant Otto Gleißner ist Eigentümer der auf den nebenstehenden Blättern des Grundbuches für Pöllwitz eingetragenen Grundstücke ... Es handelt sich um die Flurstücke ... auf denselben befindet sich die Porzellanfabrik nebst Wohnhäusern, ferner das Inventar für den Landwirtschaftsbetrieb.
Herr Otto Gleißner verkauft hiermit unter den aufschiebenden Bedingungen des Vertrages den oben erwähnten Grundbesitz nebst Wohnhäusern und aufstehendem Holz sowie den Landwirtschaftsbetrieb samt Inventar frei von Schulden und Lasen an Herrn Köhler.
§ 2:
Am 18. Dezember 1924 sind 10 Hypotheken eingetragen.
§ 3:
Die Firma steht zur Zeit unter Geschäftsaufsicht.
§ 4:
Die Übergabe der Grundstücke nebst Gebäude und Anlagen erfolgt so, wie sie am 20. Dezember 1924 stehen und liegen, ohne Gewährleistung für Güte und Beschaffenheit.
§ 5:
Verkäufer gewährleistet, daß die Firma "W. Gleißner Söhne" zum 31. Dezember 1924 rechtsverbindlich aus dem Verband der Porzellan- und Geschirrfabriken ausgeschieden ist, und hat den Nachweis darüber dem Käufer beizubringen.
§ 6:
Der Kaufpreis ist auf 302000 Reichsmark vereinbart.
Herr Otto Gleißner sowie Herr Arno Gleißner dürfen bis zur Entscheidung über den Vergleich und die Perfektion dieses Vertrages nach anderer Richtung begonnene Verhandlungen nicht fortsetzen, auch neue nicht einleiten.
Von dem Preis entfallen 282000 Reichsmark auf unbewegliches Gut und 20000 Reichsmark auf bewegliches Inventar und Vorräte.
§ 7:
Es wird ausdrücklich bemerkt, daß Herr A. Köhler diesen Vertrag als Treuhänder für eine in Errichtung begriffene Gesellschaft mit beschränkter Haftung abschließt, deren Zweck die Übernahme der Grundstücke ist.
§ 8:
Aufsichtspersonen sind Herr Dr. Zorn und Herr Heinz.
Beurkundet in Berlin am 20. Januar 1925
Otto Gleißner, Arno Gleißner
Alfred Köhler
Maximilian Kemper, Notar


Daraufhin wird Anfang Januar 1925 bekannt gemacht: "Am 9. Januar 1925 ist unter der Firma 'Porzellanfabrik Pöllwitz (Reuß) G. m. b. H.' eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Stammkapital von 400000 Reichsmark und dem Sitz in Pöllwitz (Reuß) errichtet. Die Zeitdauer der Gesellschaft ist unbeschränkt. Gegenstand, Vertretungsart, Geschäftsjahr sind aus dem überreichten Gesellschaftsvertrag ersichtlich. Zum Geschäftsführer ist der Kaufmann Gustav Alborg zu Charlottenburg, Knesebeckstraße 31, und zwar allein bestellt." Im Gesellschaftervertrag heißt es:

Die Erschienenen vereinigen sich zur Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und verlautbaren den Gesellschaftervertrag wie folgt:
§ 1:
Unter der Firma "Porzellanfabrik Pöllwitz (Reuß) GmbH" wird eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung errichtet, welche ihren Sitz in Pöllwitz (Reuß) hat. Die Zeitdauer der Gesellschaft ist unbeschränkt.
§ 2:
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und Fortbetrieb der bisher der Firma "W. Gleißner Söhne Porzellanfabrik in Pöllwitz (Reuß)" bzw. den Inhabern gehörigen Porzellanfabrik nebst Wohnhäusern, Maschinen, Inventarien, Einrichtungen allerArt sowie Materialien, halbfertigen und fertigen Fabrikaten.
Die Gesellschaft tritt in den Vertrag vom 20. Dezember 1924, welcher mit dem Kaufmann Herrn Alfred Köhler in Dresden geschlossen und dessen Ausfertigung in beglaubigter Abschrift beigefügt ist, ein.
Hierzu wird bemerkt, daß in § 7 Herr Köhler bereits erklärt hat, daß er den Vertrag als Treuhänder für eine in Errichtung begriffene Gesellschaft schließe. Er erklärt ausdrücklich, daß die dort von ihm gemeinte Gesellschaft die hier begründete Gesellschaft m. b. H. ist.
Die Gesellschaft ist berechtigt, alle im Gebiet der Fabrikation und des Handels von Porzellan aller Art liegenden Geschäfte abzuschließen, auch für ihre Zwecke weiteren Grundbesitz zu erwerben. Sie ist berechtigt, Zweigniederlassungen zu errichten.
§ 3:
Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 400000 Reichsmark. An demselben beteiligen sich:
Herr A. Köhler mit 250000 RM
Herr G. Alborg mit 150000 RM
Auf die Stammeinlagen sind vor der Anmeldung zum Handelsregister 25 % bar einzuzahlen.
§ 4:
Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt je nach Bestimmung der Gesellschafterversammlung durch einen oder mehrere Geschäftsführer.
Hat sie nur einen Geschäftsführer, so kann er die Gesellschaft allein vertrete und dir Firma zeichnen. Hat sie mehrere Geschäftsführer, so erfolgt die Vertretung entweder durch zwei Geschäftsführer gemeinsam oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen.
Die Firmenzeichnung erfolgt so, daß der geschriebenen oder mechanisch hergestellten Firmenunterschrift der Name der Zeichnungsberechtigten beigefügt wird.
§ 5:
Das Geschäftsjahr ist das erste Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr endet am 31. Dezember 1925.
§ 6:
Sämtliche Veröffentlichungen erfolgen lediglich im Deutschen Reichsanzeiger.
§ 7:
Die Gesellschafter treten gleichzeitig als Gesellschafterversammlung zusammen und beschließen:

Die Gesellschaft soll vorläufig einen Geschäftsführer haben.

Zum Geschäftsführer bestellen wir Herrn Kaufmann Gustav Alborg zu Charlottenburg, Knesebeckstraße 31.
Alfred Köhler, Gustav Alborg, Maximilian Klemper, Notar.

Der Gebäudekomplex des Sägewerks und der ehemaligen Porzellanfabrik Pöllwitz nach dem Großbrand vom 24. Mai 1980 Am 20. Januar 1925 bescheinigt das Thüringische Amtsgericht in Zeulenroda, daß die Porzellanfabrik Pöllwitz (Reuß) GmbH mit dem Sitz in Pöllwitz in dasHandelsregister Abteilung B unter Nr. 26 eingetragen worden ist. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und Fortbetrieb der bisher der Firma W. Gleißner Söhne gehörigen Porzellanfabrik in Pöllwitz/Reuß. Das Stammkapital beträgt 400000 RM. Der Gesellschaftervertrag ist am 9. Januar abgeschlossen worden. Geschäftsführer ist der Kaufmann Gustav Alborg in Charlottenburg.[18]

Laut Gesellschafterbeschluß vom 5. Januar 1926 wird der Kaufmann Alfred Köhler in Pöllwitz zum weiteren Geschäftsführer mit der Maßgabe bestellt, daß er berechtigt ist, die Gesellschaft allein zu vertreten. Und am 13. des Monats heißt es weiter: "Die unterzeichneten Gesellschafter der Porzellanfabrik Pöllwitz/Reuß GmbH, Pöllwitz/Reuß, beschließen und erklären hiermit, daß der bisherige Geschäftsführer der Gesellschaft, Herr Gustav Alborg, Charlottenburg, Knesebeckstraße 31, sein Amt als Gesellschafter von heute ab niederlegt."[19]

Der Betrieb der Porzellanfabrik wurde allerdings mehr treuhänderisch verwaltet als unternehmerisch betrieben. Die Fabrikation wurde auch von diesem Unternehmen nur noch kurze Zeit fortgeführt, bis sie endgültig stillgelegt wurde.

Am 25. April 1936 überreicht Alfred Köhler, der alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer der Porzellanfabrik Reuß GmbH, dem Amtsgericht Zeulenroda das Original des Gesellschafterbeschlusses vom 21./23. April 1936 und meldet zur Eintragung in das Handelsregister an: "Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der Kaufmann Alfred Köhler in Chemnitz ist zum Liquidator bestellt." Im Gesellschafterbeschluß[20] ist niedergelegt:

Wir, die unterzeichneten Gustav Alborg in Berlin-Charlottenburg und Alfred Köhler in Chemnitz, sind die alleinigen Gesellschafter der Porzellanfabrik Pöllwitz GmbH.

Wir nehmen Bezug auf die zum Handelregister eingereichte Liste der Gesellschafter und erklären, daß sich seit der letzten zum Handelsregister eingereichten Liste Änderungen im Anteilsbesitz nicht ereignet haben.

Dies vorausgeschickt, wollen wir eine Gesellschafterversammlung in der genannten Gesellschaft abhalten, indem wir auf alle Formen und Fristen der Einberufung einer Gesellschafterversammlung verzichten, mit folgender Tagesordnung:
1. 
Beschlußfassung über die Auflösung der Gesellschaft
2. 
Bestellung eines Liquidators
3. 
Beschlußfassung über die Aufbewahrung der Schriften und Bücher der Gesellschaft
Zu Punkt 1: 
beschließen wir einstimmig durch Zuruf wie folgt: Die Gesellschaft wird aufgelöst.
Zu Punkt 2: 
Zum alleinvertretungsberechtigten Liquidator wird der bisherige Geschäftsführer A. Köhler in Chemnitz bestellt.
Zu Punkt 3: 
Die Schriften und Bücher der Gesellschaft werden nach Beendigung der Liquidation der Geo. Borgfeldt & Co. Aktiengesellschaft in Liquidation in Fürth (Bayern), Nürnberger Straße 91-95, in Verwahrung gegeben, die sich zur Übernahme dieser Verwahrung bereiterklärt hat.

Berlin-Charlottenburg, den 21. April 1936 G. Alborg
Chemnitz, den 23. April 1936 A. Köhler


Der Gebäudekomplex des Sägewerks und der ehemaligen Porzellanfabrik Pöllwitz nach dem Großbrand vom 24. Mai 1980 Am 14. Mai 1936 erfolgt die Löschung im Handelsregister.[21] Der Ziegelbau der ehemaligen Porzellanfabrik wurde Anfang 1936 von der in Pöllwitz ansässigen offenen Handelsgesellschaft "Vogel & Co. Werkzeugmaschinen und Gummistrickwaren"[22] und der Altbau sowie der ehemalige Sägewerksbetrieb vom Sägewerksbesitzer Albin Fleischer aus Wolfshain "Albin Fleischer Sägewerk und Holzhandlung" übernommen[23]. Die Fa. Vogel & Co. erwirbt außerdem die Villa.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide Betriebe enteignet und dem Land Thüringen unterstellt. Das Sägewerk wird im März 1949 ein kreiseigener Betrieb. Die Betriebsteile der Fa. Vogel & Co. firmieren als landeseigene Betriebe nun als "Vogel & Co., LEB., Maschinenfabrik Pöllwitz" und "Vogel & Co., LEB., Thüringer Gummi-, Wirk- und Strickwarenfabrik Pöllwitz".

Die ehemals zum Gleißnerschen Unternehmen gehörende umfangreiche Landwirtschaft mit Kutscherwohnung, neuzeitlich angelegten Speichern, Viehstallungen, Pferdestall und 120 Morgen Grund und Boden (82 Morgen Felder und Wiesen, 33 Morgen Wald und 5 Morgen Fischteiche) ging in den Besitz des Bauern Walter Geiler über. Die Wohnhäuser wurden ebenfalls verkauft; lediglich das ehemalige Beamtenhaus blieb bei der Famile Köhler bzw. deren Nachkommen. Die Liquidation der Gesellschaft war am 27. September 1938 beendet. Im Handelsregister erfolgte am 29. September die Löschung der Firma "Porzellanfabrik Pöllwitz GmbH" in Pöllwitz.[24]

Die an die moderne Porzellanfabrikation langfristig geknüpften Hoffnungen auf Arbeit für die Menschen in Pöllwitz und Umgebung sowie Einnahmen für die Gemeinde Pöllwitz hatten sich nicht erfüllt.

Leider konnten auch die nachfolgenden Industriesparten - bedingt durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges - keine dauerhafte Lösung herbeiführen. Durch einen Großbrand am 25. Mai 1980 wurde der gesamte Fabrikkomplex zerstört, so daß heute nichts mehr an die ehemalige Porzellanfabrik erinnert. Dennoch: Kurze Zeit hat Pöllwitz Industriegeschichte mitgeschrieben, wenn auch am Ende die Feststellung bleibt: "Der Erlös der verwerteten Aktiven wurde restlos zur Deckung der Passiven verwendet. Ein Überschuß ... wurde nicht erzielt!"

Anmerkungen

An dieser Stelle möchte ich Herrn Lothar Gleißner aus Zeulenroda herzlich danken, der mir Einblick gewährte in die Gleißnersche Familienchronik. (Dr. Peter Gleißner: Auf den Lebenswegen der Familie Gleißner, Böblingen 1982; maschinenschriftlich)

  1. Weiser, H., u.a.: Festschrift "100 JahreMehltheuer-Weidaer-Eisenbahn", Erfurt 1993
    Theilig, W.: Die Geschichte der Zeulenrodaer Eisenbahnlinien, Jahrbuch des Museums Hohenleuben-Reichenfels, Heft 21/1973, Seite 19-26, mit umfangreichen Anmerkungen und Quellenangaben sowie einem Anhang "Die Zeulenrodaer Bahnlinien im Spiegel der Zeitungen"
  2. Schmutzler, Günther: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Eisenbahn (Teil V) - Bahnhof brachte Pöllwitz Wirtschaftsaufschwung; in: Thüringenpost vom 15. November 1994
  3. Die Familie Gleißner ist schon vor etwa 160 Jahren nach Pöllwitz gekommen. Am 20. Februar 1833 kauft Johann Georg Gleißner aus Trogen in Bayern im Geraischen - Pöllwitz Reuß j.L. - ein Haus. Er hat zwei Söhne: Friedrich August, Schuhmachermeister, und Karl Wilhelm, Zimmermann. Sie erwerben sehr bald gezielt Grundbesitz in Pöllwitz Reuß a.L.; Wilhelm betreibt Holzhandel und kauft außerdem den Gasthof - heute "Deutscher Adler" - den er bis Ende 1900 in seinem Besitz hat.
  4. Thür. Staatsarchiv Greiz, Fürstliches Amtsgericht Zeulenroda Nr. 259. Auf Blatt 56 des Handelsregisters Abt. A ist heute die OHG "W. Gleißner & Söhne" mit Sitz in Pöllwitz und als deren Gesellschafter die Mühlenbesitzer Wilhelm Gleißner, Emil Gleißner, Otto Gleißner und Albin Gleiner eingetragen worden. Angegebener Geschäftszweig: Betrieb einer Dampfmahlmühle mit Sägewerk und Holzhandlung. Zeulenroda, den 31. Januar 1910
  5. Thür. Staatsarchiv Greiz, Landratsamt Greiz Nr. 4426. Am 24. Februar 1909 erfolgt Antrag zur Errichtung einer Holzschneiderei nach Abbruch der alten Gebäude. Thür. Staatsarchiv Greiz; Häuserregister für Pöllwitz: ä. Pöl. IVb Nr. 4 (1911), Seite 20/20a und Spezialakten für Pöllwitz ä. Pöl. IVc Nr. 20 (25. Juli 1911). "W. Gleißner & Söhne, Kunstmühle, Säge- und Hobelwerk mit Dampf- und Wasserbetrieb, Holzhandlung"
  6. Thür. Staatsarchiv Greiz, Fürstliches Amtsgericht Zeulenroda Nr. 225. Die Herren Wilhelm, Emil, Otto und Albin Gleißner, sämtlich in Pöllwitz, erklären: Wir sind Gesellschafter der offenen Handelsgesellschaft der Fa. W. Gleißner & Söhne in Pöllwitz, eingetragen unter Nr. 56 der Abt. A des Handelsregisters des Fürstl. Amtsgerichtes Zeulenroda. Die Herren Wilhelm und Emil Gleißner sind aus der Gesellschaft ausgeschieden. Die Fa. ist in W. Gleißner Söhne geändert worden. Pöllwitz, am 5. Mai 1917 und Zeulenroda, den 8. Mai 1917
  7. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 23. Angleichung der Besitzstandsverhältnisse - Verzeichnisse an die Kataster in der Flur Pöllwitz Häuserregister für Pöllwitz: ä. Pöl. IVb Nr. 4, Seite 68b/69
  8. Siehe (Anm. 7), Seite 71b/72
  9. Thür. Staatsarchiv Greiz, Spezialakten für Pöllwitz: ä. Pöl. IVc Nr. 20 (1917-1924)
  10. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 225. Albin Gleißner ist am 2. Februar 1918 mit Tod abgegangen. Die Gesellschaft ist daher aufgelöst. Otto Gleißner führt das Geschäft unter der bisherigen Firma als Einzelhandelskaufmann weiter.
  11. Siehe (Anm. 9); 26. Juli 1919: Erwerb der Flurstücke Pausaer Straße in Pöllwitz durch W. Gleißner Söhne
  12. Thür. Amtsgericht Zeulenroda. Auf Blatt 56 Abt. A des Handelsregisters, die OHG in Firma W. Gleißner Söhne in Pöllwitz betreffend, ist heute eingetragen worden, daß der Kaufmann Arno Gleißner in Pöllwitz in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten ist. Die Gesellschaft hat am 11. März 1920 begonnen.
  13. Siehe (Anm. 7)
  14. Anmerkung: Um so unverständlicher ist der Großbrand am 25. Mai 1980, der wegen Wassermangel zum Untergang des gesamten Fabrikkomplexes und 14 Wohnungen führte.
  15. Zu Dank verpflichtet bin ich Herrn Stadtarchivar Roland Lange, Zeulenroda, für die Einsicht in Archivunterlagen.
  16. Informationen der Tochter Erika Wysoczanski, Preston (England)
  17. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 225, "... Wir, die unterzeichneten Gesellschafter ... haben unsere Holzhandlung ohne die Firma veräußert, so daß die Firma W. Gleißner Söhne erloschen ist. Pöllwitz, den 14. Februar 1925"
  18. Amts- und Nachrichtenblatt für Thüringen II. Teil: Nachrichtenblatt Nr. 8 vom 18. Januar 1925
  19. Amts- und Nachrichtenblatt für Thüringen I. Teil: Nachrichtenblatt Nr. 10 vom 26. Februar 1926
  20. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 226, S. 54
  21. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 226, S. 55
  22. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 23; Angleichung der Besitzstandsverhältnisse an die Kataster der Flur Pöllwitz, I/1936. Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 227: Die Fa. Vogel & Co. Pöllwitz, OHG. Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1926 begonnen. Geschäftsinhaber ist Max Vogel, Maschinenfabrikant, Zeulenroda. Max Vogel ist außerdem Betriebsleiter. Rudolf und Felix Vogel betreuen die kaufmännischen Belange; alle in Pöllwitz. Am 22. Oktober 1928 sind Rudolf und Felix Vogel als persönlich haftende Gesellschafter in die Gesellschaft eingetreten. Der Betrieb ist auf Befehl des Obersten Chefs der SMAD mit Wirkung vom 19. Juli 1946 in das Eigentum des Landes Thüringen übergegangen. Die Firma wird deshalb gelöscht.
  23. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 224 und 227. Albin Fleischer, Sägewerk und Holzhandlung, Kaufmann in Wolfshain, eingetragen im Handelsregister ab 8. März 1935. Seit dem 11. November 1938 ist der Sitz der Firma in Pöllwitz/Thür. Mit Wirkung vom 18. Juli 1946 in Eigentum des Volkes übergegangen. Die Firma wird auf Ersuchen des Amtes zum Schutze des Volkseigentums beim Ministerpräsidenten des Landes Thüringen vom 20. August 1948 am 31. August 1948 im Handelsregister des Amtsgerichtes Zeulenroda gelöscht. Die Enteignung hatte gemäß Gesetz vom 24. Juli 1946 und den von der Landeskommission zur Durchführung des Befehls Nr. 124 der SMA Thüringen gefaßten Beschlüsse vom 18. November 1947 und Bestätigung durch die Landesregierung Thüringen vom 5. März 1948 stattgefunden.
  24. Thür. Staatsarchiv Greiz, Thür. Amtsgericht Zeulenroda Nr. 226, S. 64

Die Veröffentlichung dieses Textes erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Museums Reichenfels-Hohenleuben 2001.
Der Text wurde für das Internet aufbereitet von Michael Hadlich, Nürnberg, im Juni 2001.
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